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Hantillio

Als ich vor Jahren nach einem Klettertrip in die Rocklands meiner Oma begeistert von diesem fremden Land und den unendlichen Klettermöglichkeiten dort erzählte, hörte sie mir zwar interessiert zu, aber nachvollziehen konnte sie meine Reise- und Abenteuerlust nicht ganz. Nach meinem Bericht nickte sie verständnisvoll und meinte dazu: „Ja… aber daheim ist es ja doch am schönsten!“. Und so begeistert ich von jedem meiner Kletterurlaube meist bin – ganz unrecht hatte sie nicht. Denn daheim steht der Felsen, der mich von klein auf in den Bann gezogen hat. Der mich jedes Mal wieder auf´s Neue begeistert, den ich stundenlang vom Balkon aus nach neuen Linien absuche und an dem ich jedes Klettergebiet messe: Die Drachenwand. Mit 15 Jahren begann ich dort zu klettern und bis heute kehre ich regelmäßig gerne dorthin zurück. Mit den Jahren konnte ich eine Tour nach der anderen klettern – bis schlussendlich noch 2 Projekte übrig blieben. Fotos von Klem Loskot in der Route „Hantillio“ faszinierten mich schon vor 10 Jahren und so begann ich, mir die Route genauer anzusehen. 10 Jahre, über 100 Versuche in der Route – und den Schlüsselzug nur 5 mal geschafft. Nicht allzu vielversprechend wenn man bedenkt, dass davor noch ein 8c-Einstieg wartet… Und doch konnte ich mir die Tour nicht aus dem Kopf schlagen, immer und immer wieder powerte ich mich dort auch. Stundenlanges Herumtüfteln in der Crux, gezieltes Training und großer Wille führten schlussendlich zum Ziel: Ende August 2018 konnte ich endlich den Umlenker klippen! Die Freunde ist groß – und zum Glück gibt es ja noch den „Vakuumgeist“, der vielleicht die nächsten 10 Jahre lang meine Ausflüge zur Drachenwand rechtfertigt…

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