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Wasserkarturm und Dambergerturm

Bei dieser Tour blieben die Kletterschuhe im Rucksack und der Magnesiumbeutel im Auto. Anstatt gebohrten oder geschlagenen Haken legten wir Bandschlingen um Felsköpfe, steckten Knoten in Risse oder verzichteten komplett auf eine Sicherung.

Wenn ich das nächste Mal im Gosaukamm unterwegs bin, kann ich getrost zu diesen beiden Türmen hochsehen und mich freuen, dass ich diesen weiten Weg nicht mehr machen muss.

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Boulderwochenende Totes Gebirge

Schlechtwetter, Freizeitstress, Badezimmerrenovierung,… für richtige Outdoor-Wochenenden blieb in den letzten Monaten leider nicht oft Zeit. Doch nun haben wir es endlich wieder geschafft, lang geplante Vorhaben in die Tat umzusetzen. Gleich nach dem erfolgreichen Wochenende im Elbsandstein ging es mit Claudia und Hari ins Tote Gebirge.

Dort wurde in schönster Umgebung in der Sonne gechillt, gebouldert und der Salzofen bestiegen. Auch Kasnocken in der besten Jagdhütte überhaupt haben nicht gefehlt.18952760_10210360556306562_5218131049881680286_n

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Elbsandstein

Lange davon geredet, nun endlich durchgeführt – ein Trip in die sächsische Schweiz. Die Sandsteintürme dort sind vor allem durch die wilde Absicherung bekannt. Lässt sich die Route nicht mit Knotenschlingen oder anderen weichen Sicherungsmitteln selbst absichern, so sind vereinzelt Ringhaken angebracht.

Die ersten beiden Tage blieben wir auf der tschechischen Seite und boulderten bei Sneznik und Modrin. Beide Gebiete sind sehr empfehlenswert und durchaus eine Reise wert. Mein persönliches Highlight des Trips war jedoch eindeutig die Seilkletterei – leichte Routen die 25 Meter hoch sind und nur einen Ring auf 15 Meter Höhe haben. Da gelangt man nicht nur auf Grund des Chalk-Verbots ins Schwitzen.

Als Abschluss legten wir noch eine Bouldereinheit im Bahratal ein und kletterten an den extrem steilen Sandsteinboulder im Sektor Schlachthaus.

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Trip der Kontraste

Längere Klettertrips gehören schon seit Jahren zu den Fixpunkten im Kalender. Meist geht der Trip nur in ein Kletter- oder Bouldergebiet und dort versuche ich die coolsen Linien zu Klettern. Wenn möglich, auch die schweren Sachen.

Der diesjährige Trip hatte Frankreich zum Ziel. Anders als sonst wurden diesmal die Spielarten des Kletterns stark durchgemischt und am Schluss schon fast täglich die Disziplin und die Gesteinsart gewechselt: von Bouldern im Sandstein zu Tradklettern im Sandstein zu Mehrseillängen im Kalk zu Sportklettern im Kalk zu Bouldern und Tradklettern im Granit um am Schluss wieder beim Bouldern weiterzumachen. Anpassungsfähigkeit war dabei angesagt!

Gestartet wurde mit dem Boulder-Hotspot Fontainebleau. Die Sandsteinfelsen sind nicht umsonst weltweit unter den Boulderen bekannt und auch nach einigen Monaten würde mir dort nicht langweilig werden.

Zweiter Stopp waren die Sandsteinfelsen in Annot. Wer behauptet, dass Risse endlose Henkel sind, sollte hierher kommen! Der 4er Cam war mein bester Freund aber zum Fürchten wars auch oft genug.

Die große Schlucht von Verdon lockte uns als nächstes an. Nach einer kurzen Verdauungsphase zum Gewöhnen an die Ausgesetztheit gings dann bergab  und in mehreren Seillänge wieder nach oben an die Schluchtkante. Die Geier haben zwar schon über uns gekreist aber wer es wieder aus der Wand schafft, steht nicht auf ihrem Speiseplan.DSC01311 DSC01346 DSC01357 DSC01407 DSC01404n.

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Gosaukamm x 2

Im Winter 2007/2008 versuchten wir uns als völlige Skitouren – Neulinge im Weitkar. Der extreme Schneefall vom Vortag machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung und wir kehrten um. Seitdem nehme ich mir diese Tour jedes Jahr vor, habe es aber, wegen zu schnell entretenden Frühlings und dem daraus folgenden Kletterdrang, nicht geschafft zurückzukehren.

Wer jetzt denkt, die Klettermotivation ist weniger geworden der irrt gewaltig! Ich bin einfach schlauer geworden. Samstags Klettern weil das Wetter perfekt ist und Sonntag dann Skitour ins Weitkar da es zu kalt zum Klettern ist.

Weitkar also abgehakt aber eine Südseite gibt es ja auch noch! Nochmal schlau sein und Freitag frei machen und nichts wie hin zur Weiten Zahring. Alleine bis ganz nach oben spuren hat sich ausgezahlt – der Abfahrtsgenenuss war nicht zu überbieten.

Mein Vorsatz: Ski ruhen lassen und kraxeln gehen. Außer es kommt jemand mit einer extrem guten Tourenidee daher, dann überlege ich’s mir nochmal.

Winterkletterei

Trotz kalter Jahreszeit konnte ich einige Meter am Fels klettern, Berge besteigen und neue Projekte auschecken.

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Gemütliche Sol0kletterei auf den Sommerausstein.dsc00911

Betriebsausflug ins schöne Maltatal mit erfolgreicher Begehung vom Orgasmotron.dsc00935

Sonne genießen über dem Wolfgangsee.dsc00930Neue Projekte für die Zukunft suchen, antesten und Motivation für die anstehende Trainingssaison sammeln

A day to remember

„Superspazi“ klingt nach einer netten Tour zum Aufwärmen, Schwierigkeit sollte auch passen… Also Friends und Keile an den Gurt hängen und losklettern. Ich lege einen „Bomberkeil“ und wuchte mich auf das Podest, das unter dem eigentlichen Riss aus der Wand steht. Oje – der Riss ist viel zu breit und zu offen um hier ordentlich Gear platzieren oder sich anhalten zu können. Ich probiere es mal über die Kante daneben. Verdammt, nur kleine, dreckige Leisten an denen ich nicht hoch genug komme um den offenen Riss zu überlisten. Abklettern ist auch nicht mehr möglich, also springe ich aus der Wand zurück auf den Absatz und hoffe, dabei nicht vom Podest zu fallen. Kurz Luft holen, neuen Mut schöpfen und nochmal rein. Wieder dieselbe Sackgasse und ich springe nochmals zurück auf das Podest. „Abklettern und Gear wieder raus“ lautet schlussendlich die Devise. Ein kurzer Blick ins Topo gibt zeigt mir dann die Lösung – Offwidth!

Aufgewärmt bin ich nun und der Riss nebenbei schaut aus als wäre er eher nach meinem Geschmack. Das Klettern geht gut und mein Selbstvertrauen kehrt langsam wieder zurück – doch nicht lange. Beim Abbauen der mobilen Sicherungsmittel gibt’s dann Probleme. Zwei Keile stecken so fest, dass ich sie einfach nicht rausbekomme. Fluchen und ärgern hilft nichts also wird abgeseilt, ein Stein geholt, wieder rauf geklettert und ordentlich auf den Nutter geklopft, bis die beiden Keile endlich raus gehen.

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dsc00580Etwas unschlüssig, ob der Klettertag heute noch etwas wird, gehen wir bis zum obersten Sektor. Ich gebe dem Tag noch eine Chance, probiere eine Risslinie und siehe da, die Kletterei ist extrem gut und ich bekomme mein Selbstvertrauen und die Motivation für neue Risse zurück. Genauso sollte die Kletterei immer sein!

Weiter geht´s zum “Crack a go go”. Diesen Riss schaue ich schon seit unserem Eintreffen in Cadarese an. Der Riss scheint aus einer endlosen Aneinanderreihung von Henkeln zu bestehen, etwas offen und ziemlich lang. Das muss ich einfach probieren! Die ersten 10 Meter gehen gut aber das Platzieren der Friends kostet viel Power und meine Unterarme sind extrem gepumpt. Nach weiteren 5 Metern Hand- und Fingerklemmern bin ich am Ende und muss das selbstgelegte Material testen. Ich arbeite mich Stück für Stück nach oben. Nach einer gefühlten Stunde bin ich beim Umlenker angekommen und extrem platt. Raus mit dem Zeug und weg von dem Riss – zumindest für heute.

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Mit so einer Niederlage kann ich den Tag einfach nicht beenden und ich installiere mir noch ein Toprope bei einem richtig harten Riss. Nach 3 mal hinaufkraxeln bin ich endgültig am Ende – die Handrücken sind vom Jammen blutig, die Füße schmerzen vom ständigen Verdrehen und ich habe Hunger. Den Gedanken an eine gemütliche Jause verwerfe ich gleich wieder – die wurde bereits am Vortag vernichtet und die nächste Einkaufsmöglichkeit ist ewig weit weg. So schön kann Urlaub sein!

Die Jause fällt also flach und es gilt, die Vorzüge von Cadarese auszunützen – der Parkplatz des Klettergebietes ist identisch mit dem Parkplatz für die dortige Therme, die mit einer Wassertemperatur von 38° aufwarten kann. Beim Entspannen im warmen Wasser werden die Strapazen der Kletterei schnell vergessen.

Abends surrt dann der Benzinkocher vor unserem Auto während wir auf den Crashpads sitzen und zufrieden ins Tal blicken. Anstatt eines 3 Gänge-Menüs gibt es wiedermal Nudeln und dazu Wein aus dem Plastikbecher. Der endlos scheinende Sternenhimmel und die Stille im Tal entschädigen für alles und ich weiß, dass es keine schönere Hochzeitsreise geben könnte.