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Winterkletterei

Trotz kalter Jahreszeit konnte ich einige Meter am Fels klettern, Berge besteigen und neue Projekte auschecken.

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Gemütliche Sol0kletterei auf den Sommerausstein.dsc00911

Betriebsausflug ins schöne Maltatal mit erfolgreicher Begehung vom Orgasmotron.dsc00935

Sonne genießen über dem Wolfgangsee.dsc00930Neue Projekte für die Zukunft suchen, antesten und Motivation für die anstehende Trainingssaison sammeln

A day to remember

„Superspazi“ klingt nach einer netten Tour zum Aufwärmen, Schwierigkeit sollte auch passen… Also Friends und Keile an den Gurt hängen und losklettern. Ich lege einen „Bomberkeil“ und wuchte mich auf das Podest, das unter dem eigentlichen Riss aus der Wand steht. Oje – der Riss ist viel zu breit und zu offen um hier ordentlich Gear platzieren oder sich anhalten zu können. Ich probiere es mal über die Kante daneben. Verdammt, nur kleine, dreckige Leisten an denen ich nicht hoch genug komme um den offenen Riss zu überlisten. Abklettern ist auch nicht mehr möglich, also springe ich aus der Wand zurück auf den Absatz und hoffe, dabei nicht vom Podest zu fallen. Kurz Luft holen, neuen Mut schöpfen und nochmal rein. Wieder dieselbe Sackgasse und ich springe nochmals zurück auf das Podest. „Abklettern und Gear wieder raus“ lautet schlussendlich die Devise. Ein kurzer Blick ins Topo gibt zeigt mir dann die Lösung – Offwidth!

Aufgewärmt bin ich nun und der Riss nebenbei schaut aus als wäre er eher nach meinem Geschmack. Das Klettern geht gut und mein Selbstvertrauen kehrt langsam wieder zurück – doch nicht lange. Beim Abbauen der mobilen Sicherungsmittel gibt’s dann Probleme. Zwei Keile stecken so fest, dass ich sie einfach nicht rausbekomme. Fluchen und ärgern hilft nichts also wird abgeseilt, ein Stein geholt, wieder rauf geklettert und ordentlich auf den Nutter geklopft, bis die beiden Keile endlich raus gehen.

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dsc00580Etwas unschlüssig, ob der Klettertag heute noch etwas wird, gehen wir bis zum obersten Sektor. Ich gebe dem Tag noch eine Chance, probiere eine Risslinie und siehe da, die Kletterei ist extrem gut und ich bekomme mein Selbstvertrauen und die Motivation für neue Risse zurück. Genauso sollte die Kletterei immer sein!

Weiter geht´s zum “Crack a go go”. Diesen Riss schaue ich schon seit unserem Eintreffen in Cadarese an. Der Riss scheint aus einer endlosen Aneinanderreihung von Henkeln zu bestehen, etwas offen und ziemlich lang. Das muss ich einfach probieren! Die ersten 10 Meter gehen gut aber das Platzieren der Friends kostet viel Power und meine Unterarme sind extrem gepumpt. Nach weiteren 5 Metern Hand- und Fingerklemmern bin ich am Ende und muss das selbstgelegte Material testen. Ich arbeite mich Stück für Stück nach oben. Nach einer gefühlten Stunde bin ich beim Umlenker angekommen und extrem platt. Raus mit dem Zeug und weg von dem Riss – zumindest für heute.

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Mit so einer Niederlage kann ich den Tag einfach nicht beenden und ich installiere mir noch ein Toprope bei einem richtig harten Riss. Nach 3 mal hinaufkraxeln bin ich endgültig am Ende – die Handrücken sind vom Jammen blutig, die Füße schmerzen vom ständigen Verdrehen und ich habe Hunger. Den Gedanken an eine gemütliche Jause verwerfe ich gleich wieder – die wurde bereits am Vortag vernichtet und die nächste Einkaufsmöglichkeit ist ewig weit weg. So schön kann Urlaub sein!

Die Jause fällt also flach und es gilt, die Vorzüge von Cadarese auszunützen – der Parkplatz des Klettergebietes ist identisch mit dem Parkplatz für die dortige Therme, die mit einer Wassertemperatur von 38° aufwarten kann. Beim Entspannen im warmen Wasser werden die Strapazen der Kletterei schnell vergessen.

Abends surrt dann der Benzinkocher vor unserem Auto während wir auf den Crashpads sitzen und zufrieden ins Tal blicken. Anstatt eines 3 Gänge-Menüs gibt es wiedermal Nudeln und dazu Wein aus dem Plastikbecher. Der endlos scheinende Sternenhimmel und die Stille im Tal entschädigen für alles und ich weiß, dass es keine schönere Hochzeitsreise geben könnte.